Jean Daive / Joerg Ortner (1940-2011) Man muss das Herz von Rimbaud waschen, übersetzt von Urs Engeler

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Seinen Schwerpunkt findet Heft #10 in der Hommage von Jean Daive an seinen langjährigen Freund Joerg Ortner. Ortner? Nie gehört. Der österreichische Künstler ist in jungen Jahren nach Frankreich ausgewandert, wo ihn eine Freundschaft mit Paul Celan und Gisèle Lestrange verband. Daive erzählt von einer „Freundschaft, um das herum errichtet, was unsere Natur ausmacht: das Negativ“: „Mein Freund ist am 29. Januar 2011 in der Bretagne gestorben, in Vannes. Ich habe ihn 41 Jahre zuvor kennengelernt, in Paris, auf dem Place des Vosges, im Mai 1970, in der Folge einer von Gisèle Celan-Lestrange erbetenen Verabredung. Ich sollte auf eine Frage antworten: „Was bedeutet ‚énoncé‘, das sich in Décimale blanche findet?“, das einzige von Paul Celan nicht übersetzte Wort in seiner ansonsten abgeschlossenen Übersetzung meines ersten Buches.“ Daives Text umkreist dieses „énoncé“ und andere Negative mit Erinnerungsbildern an Begegnungen mit und Bildern von Joerg Ortner und evoziert es so eher, als dass er es benennt.

 

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Christian Filips / Vier Gedichte

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Die Sammlung neuer Gedichte von Christian Filips aus Mütze #9 führte zur Veröffentlichung des Gedichtbandes „Der Scheiße-Engel. Eine Analyse“ im Verlag Peter Engstler. Die vier Gedichte unter der Mütze #10 setzen die Sammlung fort und öffnen sie auf Übersetzungen von Gedichten von Kenneth Patchen, dessen Bücher seit den legendären Tagen der alten Limes- und März-Verlage nicht mehr beachtet worden sind, der aber so aktuell wie eh und je geblieben ist: „Alles, was wir pflanzen, wird zu Mist.“